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Histamin IntoleranzDrucken

Diese Form der Intoleranz erfreut sich nicht so großer Bekanntheit, ihre Wirkungen sind jedoch umso deutlicher. Manchen Menschen genügt es nur ein Achterl Rotwein zu trinken und der Körper reagiert mit Hautausschlag, Kopfschmerzen und Herzklopfen. Wer „zufälliger“ Weise nach dem Genuss von Rotwein, Käse, Schokolade oder manchen Früchten beschriebene Symptome bei sich beobachtet, könnte an einer Histamin Intoleranz leiden. Dabei sind Histamine völlig natürliche Substanzen, die sich in vielen Lebensmitteln finden lassen. Darüber hinaus werden sie auch in unserem Organismus selbst gebildet, da sie unter anderem als Botenstoffe fungieren.

Was tun wenn zu viele Histamine vorhanden sind?

Normalerweise werden Histamine in unserem Organismus vom körpereigenen Enzym Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Dieses Enzym wird hauptsächlich in den Zellen der Darmschleimhaut gebildet.

Darmprobleme verursachen Histamin Intoleranz

Die Enzymproduktion (DAO) kann auf Grund einer Darmschleimhautveränderung gestört sein, so dass nicht genügend DAO vorhanden ist, um die Histamine abzubauen. Da stellt sich die Frage: Wie kommt es zu einer Darmschleimhautstörung?

Die Funktionalität des Darms hat klarerweise etwas mit unserer Ernährung zu tun. Wir essen viel zu viel an isolierten Kohlenhydraten (Zucker und Auszugsmehlprodukte) sowie Unmengen an tierischen Proteinen (z.B.: in Europa durchschnittlich ca. 100 kg Fleisch pro Kopf jährlich) und nicht zu vergessen die Antibiotikabehandlungen, die selbst bei Kleinkindern schnell zum Einsatz kommen. Es ist auch der Lebensstil, viel Stress, übermäßiger Alkohol- und Zigarettenkonsum, welche die Darmgesundheit dauerhaft schädigen.

Es ist auch kein Zufall, dass Histamin Intoleranz nach einer Antibiotikatherapie auftritt. Die Darmflora, welche ein natürlicher Schutzmechanismus der Darmschleimhaut ist, wird von den oben genannten Faktoren gestört. Sobald eine Darmsanierung in Angriff genommen wird, werden die Histamin Intoleranz Symptome vergehen oder zumindest gemilderter auftreten.

Vitalstoffmangel wird zum Mitverursacher von Histamin Intoleranz

Hier beginnt sich der Teufelskreis zu drehen. Da die Brücke zwischen innen und außen (Darmschleimhaut) nicht einwandfrei funktioniert, kommt es zu einer Mangelversorgung an Mikronährstoffen – unter anderem solchen, die an der Synthese und Aktivität der DAO und dadurch am Histamin Abbau beteiligt sind. Wenn Vitalstoffmängel vorliegen, kommt es zu einer Verschlechterung der Symptome. Daher ist es umso wichtiger, sich ausgewogen zu ernähren, den Darm zu reinigen und sich regelmäßigen Kontrollmaßnahmen zu unterziehen. Sobald es irgendwie möglich ist, wird Herr „Doktor Homöostase“ (Körpereigene Intelligenz) es selbst ins natürliche Gleichgewicht bringen – vorausgesetzt es liegen keine genetischen Ursachen vor. Ein natürlicher Lebensstil mit ausreichend Schlaf, frischer Luft, Bewegung und vorwiegend pflanzlicher Vollwertkost ist hilfreich und führt dazu, dass wir in unseren eigenen natürlichen Lebensrhythmus wieder hinein kommen.

Problematische Lebensmitteln

Es sind bei weitem mehr Lebensmittel, als das sprichwörtliche Gläschen Rotwein, die gemieden werden sollten: Lange gereifte Käsesorten, geräucherter Fisch, Fischkonserven, fermentiertes Gemüse (Sauerkraut) fermentierte Sojaprodukte (Miso und Tempeh), Hefepasten, viele Wurstsorten, Essig (besonders Balsamico) in Essig Eingelegtes, das heißt, Lebensmittel, welche einen bakteriellen Reifeprozess durchgemacht haben. Zusätzlich erhöht Alkohol die Durchlässigkeit der Darmwände, wodurch noch mehr Histamine ins Blut gelangen. Alkohol steht somit auch auf der Verbotsliste. Die Vermeidung von beschriebenen Lebensmitteln ist leider unumgänglich. Für Betroffene gibt es entsprechende Kochbücher mit hilfreichen Tricks und Tipps für ein lustvolles Essen ohne Histamine.

An dieser Stelle gilt es sich bewusst zu machen, dass das Enzym (DAO) nur dann ordnungsgemäß arbeiten kann, wenn im Körper ausreichend Magnesium, Zink und Kupfer vorhanden sind. Sinnvollerweise ist darauf zu achten, dass die genannten Mineralstoffe und Spurenelemente über die Nahrung aufgenommen werden. So ist beispielsweise Magnesium reichlich in Amaranth und Quinoa enthalten, Zink und Kupfer finden wir in Trockenfrüchten, Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen. Solltest Du Nahrungsergänzungsmitteln zu Dir nehmen wollen, so achte darauf, dass sie organisch sind, wie zum Beispiel die Sango Meereskoralle.

Ein weiterer Mangel wurde bei Histamin Intoleranz Patienten beobachtet – Vitamin B6. Dieser Mangel ist insofern von Bedeutung, da Vitamin B6 beim Histamin Abbau hilfreich ist. Auch hier können wir mit entsprechenden Lebensmitteln für einen natürlichen Ausgleich sorgen: Süsskartoffel, Hirse, Lauch, Paprika und Trockenfrüchte.

Ein weiteres Vitamin ist bei Histamin Intoleranz hilfreich: Vitamin C. Es soll den Histamin Abbau fördern können und daher vermehrt aufgenommen werden – idealerweise durch frische Lebensmittel oder mit natürlichen Vitamin C Nahrungsergänzungsmitteln, wie zum Beispiel aus der Acerolakirsche oder dem Sanddorn. Von einem Synthetischen Vitamin C (Ascorbinsäure) wie es in Apotheken zu bekommen ist, ist abzuraten.

Für Situationen, wo wir uns aus gesellschaftlichen Gründen das Essen nicht aussuchen können, gibt es DAO-Kapseln. Das fehlende Enzym wird kurz vor der Mahlzeit eingenommen. Somit können Histamine, die mit der Nahrung aufgenommen wurden, abgebaut werden. Bei Histaminen, die vom Körper selbst ausgeschüttet werden, ist das Mittel wirkungslos. DAO-Kapseln können Menschen mit Histamin Intoleranz das Leben manchmal erleichtern, sollten aber nicht als Dauerlösung betrachtet werden.

 

 

Quellen:

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